Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht!

Anna Geiger

Ist Bio nun wirklich Bio? Soll ich regional einkaufen? Oder doch lieber saisonal? Warum schmecken die Äpfel im Geschäft nicht wie die aus Omas Obstgarten? Wie viel von meinem Geld kommt eigentlich bei den ProduzentInnen an? Und wie sieht der Stall aus, in dem meine Milchkuh lebt?

Knifflige Fragen! „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht!“ – Dieser uralte Spruch steht metaphorisch für Engstirnigkeit. Dabei sollte er für Weltoffenheit und “esprit critique” stehen. Zu wissen, woher das Essen auf unseren Tellern kommt, von wem und wie es produziert wurde, zeugt von einer fundierten Auseinandersetzung mit dem Agrarsystem.

Ich habe mich im Laufe meines Studiums der ökologischen Landwirtschaft oft gefragt, ob biologisch produzieren und einkaufen wirklich die Lösung für schwerwiegende ökologische und soziale Probleme in unserem Agrarsystem sein kann. Heute bin ich überzeugt davon, dass Bio allein nicht reicht. Was es braucht sind (unter anderem) aufgeklärte KonsumentInnen, die sich mit ProduzentInnen solidarisieren und sich als aktive GestalterInnen des Agrar- und Ernährungssystems begreifen.

Ich will KonsumentInnen informieren und dazu animieren, es dem alten Bauern gleichzutun. Nehmen wir uns den alten Bauern, der nicht isst, was er nicht kennt, zum Vorbild – es lohnt sich, hinter die Kulissen zu schauen! Denn die Bäuerin zu kennen, die dein Brot gebacken hat, schmeckt einfach besser!

 

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